Veröffentlicht auf: 28/10/2026
Ein Cocktailname, der nach Zitrus klingt
Mimosa heißt ein Cocktail aus Orangensaft und Schaumwein, und genau dieses Bild ruft der Sortenname wach: etwas Spritziges, Zitroniges, Helles. Kein Wunder, dass in fast jeder Beschreibung von Mimosa von Orange und Zitrus die Rede ist.
Die Zitrusnote steckt im Namen, doch ob sie in einer konkreten Blüte wirklich auftaucht, ist damit noch nicht gesagt. Woher der Duft kommt, lässt sich an der Genetik nachzeichnen; ob eine einzelne Pflanze ihn am Ende trägt, ist eine andere Frage.
Mimosa ist eine amerikanische Hybride aus dem Umfeld kalifornischer Züchter, entstanden gegen Ende der 2010er Jahre. Sie fällt in eine Zeit, in der viele neue Sorten nach Desserts, Süßigkeiten oder Getränken benannt wurden, um ein Aroma schon im Namen mitzuliefern. Bei Mimosa spielt der Name bewusst mit dem Brunch-Getränk und mit der Zitrusnote, die die Sorte von einem ihrer Eltern mitbekommen hat. Der Duft ist damit ein Teil der Marke, nicht nur der Pflanze. Umso spannender ist die Frage, woher dieser Zitruston kommt und ob du dich auf ihn verlassen kannst.
Symbiotic Genetics: Clementine trifft Purple Punch
Die Herkunft von Mimosa ist gut dokumentiert. Als Züchter gilt die kalifornische Gruppe Symbiotic Genetics, die in der Szene für Kreuzungen aus fruchtigen und dessertartigen Linien bekannt ist. Als Eltern werden Clementine und Purple Punch genannt. Damit ordnen die meisten Beschreibungen Mimosa als eher sativabetonten Hybrid ein, auch wenn die Angaben je nach Selektion schwanken.
Die beiden Eltern ziehen die Sorte in unterschiedliche Richtungen. Grob lässt sich das so ordnen:
| Elternteil | Linie (gilt als) | Was der Sorte meist zugeschrieben wird |
| Clementine | Tangie und Lemon Skunk | die helle Zitrusrichtung, Orange und Zitrone im Duft |
| Purple Punch | Larry OG und Granddaddy Purple | Dichte, süße Fruchtnoten, kräftige Farben |
Den Zitruston schreiben die Sortenbeschreibungen also vor allem der Clementine-Seite zu. Purple Punch gilt dagegen eher als Quelle der dunkleren, süßeren Fruchtnoten und der kräftigen Farbe, die manche Selektionen ins Violette ziehen. Sowohl diese Zuordnung der Aromen als auch die Angaben zu den Großeltern sind Zuschreibungen aus der Szene und keine amtlichen Register: Sie gelten als wahrscheinlich, sind aber nicht in Stein gemeißelt.

Woher der Zitrusduft kommt
Zitrus in einer Cannabissorte ist kein Zufall, sondern eine Frage der Terpene. Terpene sind die duftenden Stoffe, die auch vielen Kräutern und Früchten ihren Geruch geben; das Limonen etwa steckt ebenso in der Schale von Orangen und Zitronen. Über die Clementine-Seite, die selbst meist auf die zitrusbetonte Tangie zurückgeführt wird, bringt Mimosa solche Terpene mit, die viele Menschen an Orangenschale und Zitrone erinnern. In Sortenbeschreibungen taucht dieser Zitruston deshalb immer wieder auf.
Zitrus meint hier den Geruch, nicht den Geschmack. Ein Duft verweist auf die Terpene, die eine Pflanze bilden kann, und sagt nichts über eine Wirkung aus.
Terpene sind zugleich empfindlich. Sie können sich im Lauf der Blüte, bei der Ernte und bei der Lagerung verändern, und ein Teil von ihnen verflüchtigt sich mit der Zeit. Wie deutlich der Zitruston am Ende ausfällt, hängt deshalb von der einzelnen Pflanze und von der Ernte ab, nicht vom Namen auf dem Etikett.
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Warum derselbe Name nicht denselben Duft garantiert
Dass eine Sorte Mimosa heißt, weckt eine Erwartung, garantiert aber kein bestimmtes Profil. Eine Untersuchung an über 2.600 Cannabisproben ergab, dass sich in dieser Stichprobe aus dem US-Bundesstaat Nevada hunderte von Handelsnamen auf nur wenige Chemotypen verteilten, also auf wenige Gruppen mit ähnlichem Terpenprofil. Viele unterschiedlich benannte Proben ähnelten sich chemisch stark, während genetisch identische Proben unter unterschiedlichen Anbaubedingungen verschieden ausfielen. Auf eine viel selektierte Sorte wie Mimosa übertragen legt das nahe: Der Name bündelt eine Familie und ein Aromabild, sagt aber wenig über eine konkrete Pflanze.

Ob zwei Blüten unter dem Namen Mimosa überhaupt ähnlich riechen, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Genetik und Selektion: Unter dem Namen laufen Auswahlen verschiedener Züchter. Namen wie Purple Mimosa kursieren teils als Auswahl, teils als bloßer Aliasname, während Mimosa EVO eine eigenständige Sorte eines anderen Züchters ist. Hinter dem Namen steht also nicht eine einzige festgelegte Pflanze.
- Klon oder Samen: Als Steckling bleibt eine Auswahl stabiler, über Samen verschiedener Anbieter streut das Ergebnis stärker.
- Anbau: Licht, Substrat und Klima verschieben Duft und Erscheinungsbild derselben Genetik.
Zwei Blüten mit demselben Etikett können deshalb unterschiedlich riechen und aussehen.
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Was bei uns statt Mimosa im Regal steht
Mimosa selbst führen wir nicht, und wir leiten unser Sortiment auch nicht aus dieser Genetik ab. Dieser Text setzt die beiden nicht gleich. Was bei uns im Regal steht, sind Blüten aus zertifiziertem Industriehanf, aus Sorten des gemeinsamen europäischen Sortenkatalogs und mit weniger als 0,3 Prozent THC, angeboten für den technischen und dekorativen Gebrauch.
Diese Schwelle kommt aus dem europäischen Rahmen für Industriehanf. Das seit dem 1. April 2024 geltende deutsche Cannabisgesetz mit dem darin enthaltenen KCanG betrifft dagegen Konsumcannabis und nicht Industriehanf.
Übertragbar ist nur die Lehre aus dem Aromathema. Bei unserem CBD Gras entscheidet nicht der klangvolle Name über die Qualität, sondern der Laborbericht mit den gemessenen Werten der jeweiligen Charge.
Die Zitrusidee findet sich auch in unserem Sortiment wieder, etwa bei orangebetonten Sorten der Linie Boost-Gras. Auch dort steht eine geprüfte Charge aus zertifiziertem Industriehanf dahinter.
Häufige Fragen zu Mimosa
Was ist die Sorte Mimosa?
Mimosa ist eine amerikanische Cannabis-Hybride, die meist als eher sativabetont eingeordnet wird. Als Züchter gilt die kalifornische Gruppe Symbiotic Genetics, die Sorte wird als Kreuzung von Clementine und Purple Punch geführt. Bekannt ist die Sorte vor allem für ihren Zitruston, der meist der Clementine-Seite zugeschrieben wird. Wichtig ist die Unterscheidung: Der Name ordnet die Sorte einer Familie und einem Aroma zu, sagt aber nichts Verbindliches über den Inhalt einer konkreten Blüte. Das zeigen die gemessenen Werte im Laborbericht zur jeweiligen Charge, nicht der Handelsname.
Woher kommt der Name Mimosa?
Der Name spielt auf den gleichnamigen Cocktail aus Orangensaft und Schaumwein an und greift die Zitrusnote der Sorte auf. Zugeschrieben wird er dem kalifornischen Züchter Symbiotic Genetics für dessen Kreuzung aus Clementine und Purple Punch. Unter ähnlichen Namen kursieren allerdings verschiedene Dinge: Purple Mimosa kursiert teils als farbbetonte Auswahl, teils nur als Aliasname, Mimosa EVO ist eine eigenständige Sorte eines anderen Züchters, und auch eine Burmese Mimosa ist nicht dasselbe. Der Name ist damit eher ein Aroma- und Marketingbild als eine eindeutige Kennzeichnung.
Welche Genetik hat Mimosa?
Als Genetik gilt eine Kreuzung aus Clementine und Purple Punch, gezüchtet von Symbiotic Genetics. Clementine steht dabei für die Zitrusrichtung, Purple Punch für Dichte, süße Fruchtnoten und kräftige Farben. Die Angaben zu den Großeltern, meist Tangie und Lemon Skunk auf der einen, Larry OG und Granddaddy Purple auf der anderen Seite, sind Zuschreibungen aus der Szene und keine amtlichen Register. Ein benannter Stammbaum ist zudem keine Garantie für ein einheitliches Ergebnis, weil unter dem Namen verschiedene Selektionen laufen.
Führt Justbob Mimosa im Sortiment?
Nein. Bei Justbob findest du diese Sorte nicht, und wir leiten unser Angebot nicht aus ihr ab. Unser Sortiment besteht aus Blüten von zertifiziertem Industriehanf aus dem gemeinsamen europäischen Sortenkatalog mit weniger als 0,3 Prozent THC, angeboten für den technischen und dekorativen Gebrauch. Dieser Artikel ist rein informativ: Er erklärt, woher der Zitrusduft kommt und wie die Genetik einzuordnen ist, ohne ein Produkt aus unserem Regal damit gleichzusetzen.









