Amnesia Haze: Genetik, Herkunft und Terpenprofil

Banner mit dem Titel Amnesia Haze vor der Makroaufnahme einer harzigen Hanfblüte mit orangefarbenen Blütenhaaren

Veröffentlicht auf: 03/09/2026

Die Haze-Sorte, die aus Amsterdam kam

Amnesia Haze gehört zu den bekanntesten Namen der Cannabis-Sortenkunde. Wer sich mit Genetik beschäftigt, stößt früher oder später auf diesen Klassiker aus der niederländischen Coffeeshop-Szene der Jahrtausendwende.

In diesem Beitrag geht es um Herkunft, Genetik und Terpenprofil dieser Sorte. Die zertifizierte CBD-Variante der Genetik findest du bei Justbob in der Kategorie CBD-Gras.

Sortengeschichte und Botanik stehen im Mittelpunkt, keine Versprechen über Effekte.


Was Amnesia Haze zu einem Klassiker macht

Amnesia Haze ist eine sativadominante Hybride. Die gängige Beschreibung lautet 80 Prozent Sativa und 20 Prozent Indica, auch wenn diese Zahlen je nach Züchter schwanken.

Erkennbar ist die Sorte an ihrem Wuchs: lange Internodien, schmale Blätter und luftige Blüten mit auffällig vielen Blütenhaaren. Das Harz sitzt dicht auf den Kelchblättern, was der Sorte ihren typisch hellen, fast gläsernen Schimmer gibt.

Der Name ist Programm: Amnesia Haze war jahrelang die Sorte, an der sich Amsterdamer Züchter gemessen haben.

Bemerkenswert ist vor allem die Blütezeit. Sativadominante Genetiken brauchen deutlich länger als indicalastige Sorten, und Amnesia Haze liegt am oberen Ende dieser Skala. Das hat sie lange zu einer Sorte für geduldige Gärtner gemacht.

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Die Genetik hinter Amnesia Haze

Die Sorte ist ein Mosaik aus Landrassen. In der verbreitetsten Version stecken südasiatische und jamaikanische Genetiken in der Haze-Linie, ergänzt durch eine afghanische Komponente, die für Stabilität und Blütendichte sorgt.

Die Haze-Familie selbst geht nach der am häufigsten erzählten Version auf Kalifornien in den 1970er Jahren zurück. Zwei Züchter, in der Szene als die Haze Brothers bekannt, sollen damals Landrassen aus Mexiko, Kolumbien, Thailand und Südindien gekreuzt haben. Diese Linie kam später nach Europa und wurde in den Niederlanden weiterentwickelt. Amnesia Haze baut darauf auf und ergänzt die Haze-Basis um eine afghanische Komponente.

Belastbar dokumentiert ist dieser Stammbaum allerdings nicht: Er beruht auf Angaben von Züchtern und Samenbanken, die sich in Details widersprechen. Lies den Stammbaum also als Orientierung und nicht als gesicherte Genealogie: Amnesia Haze ist eine späte Enkelin der Haze-Linie.

Alter Hafenkai in der Dämmerung mit aufgerollten Naturhanf-Tauen an Holzpollern und einem Segelschiff am Kai

Amsterdam und die Coffeeshop-Jahre

Hanf und Hafen gehören historisch zusammen: Bis ins 19. Jahrhundert bestand das Tauwerk europäischer Segelschiffe aus Hanffasern, und die Speicherstädte der Nordseehäfen lebten von diesem Handel. Die Geschichte unserer Sorte setzt viel später an und ist eng mit der Coffeeshop-Kultur verbunden. Zwischen den späten 1990er Jahren und den frühen 2000ern war Amsterdam das Zentrum der europäischen Sortenentwicklung, und die dortigen Wettbewerbe funktionierten wie eine Leistungsschau für Züchter.

Amnesia Haze platzierte sich in diesen Wettbewerben mehrfach weit vorne, am häufigsten genannt wird ein Erfolg im Jahr 2004. Wer die Sorte in dieser Zeit selektiert hat, ist umstritten: Genannt werden je nach Quelle unterschiedliche Züchter und Samenbanken. Der Name verbreitete sich jedenfalls schnell über die Stadtgrenzen hinaus, und bis heute führen viele europäische Samenbanken eine eigene Interpretation der Genetik.

Diese Popularität hat allerdings eine Kehrseite. Weil der Name nie geschützt wurde, kursieren unter der Bezeichnung Amnesia Haze heute Pflanzen mit deutlich unterschiedlichen Stammbäumen. Der Name allein sagt also wenig über die tatsächliche Abstammung einer bestimmten Charge aus.

Ein Detail am Rande: Sortennamen jener Jahre entstanden meist in der Szene selbst und nicht in Laboren. Sie beschreiben einen Ort, einen Eindruck oder einen Scherz unter Züchtern, und nur selten die Botanik dahinter. In der Sortenkunde ist der Name also ein Etikett, und die eigentliche Information steckt im Stammbaum.

Das Terpenprofil: Zitrus, Pfeffer, Erde

Das Aroma ist das Merkmal, an dem sich Amnesia Haze am besten erkennen lässt. Im Vordergrund steht eine deutliche Zitrusnote, unterlegt von einem würzig-pfeffrigen Ton und einer erdigen Basis.

Verantwortlich dafür sind die Terpene, die aromatischen Verbindungen aus dem Harz der Pflanze. Für Haze-Genetiken werden häufig Limonen mit seiner Zitrusnote, Terpinolen mit einem kräuterartigen Ton und Beta-Caryophyllen mit pfeffriger Schärfe berichtet. Welche Verbindungen überwiegen, zeigt erst die Analyse der jeweiligen Charge. Wie diese Verbindungen entstehen und warum sie von Charge zu Charge schwanken, erklären wir ausführlich im Beitrag über Terpene in der Hanfpflanze.

Das Profil ist keine feste Größe. Klima, Erntezeitpunkt und Lagerung verschieben die Anteile spürbar, weshalb zwei Chargen derselben Genetik unterschiedlich riechen können.

Ein Vergleich hilft beim Einordnen: Das Terpenprofil funktioniert wie das Bouquet eines Weins. Dieselbe Rebsorte schmeckt je nach Lage und Jahrgang anders, ohne dass sich an der Genetik etwas ändert. Bei Hanf ist es genauso, und deshalb beschreibt eine Sortenangabe immer nur den Rahmen, nie das exakte Ergebnis.

Lies auch: California Haze: Die Genetik hinter diesem Meisterwerk.

Amnesia Haze in der Haze-Familie

Amnesia Haze steht nicht allein. Die Haze-Linie hat eine ganze Reihe von Sorten hervorgebracht, die sich das lange Blütefenster und die kräftige Aromatik teilen.

  • Silver Haze: Kreuzung mit einer Skunk-Komponente, kompakter im Wuchs als reine Haze-Linien.
  • California Haze: fruchtigere Ausrichtung, mit deutlicher Süße im Aroma.
  • Lemon Haze: Zitrusnote noch stärker herausgezüchtet, mit heller Blütenfarbe.
  • Mango Haze: deutlich tropische Ausrichtung im Aromaprofil.

Diese Verwandtschaft macht die Haze-Familie zu einem guten Einstieg in die Sortenkunde. Hast du die Unterschiede zwischen den Linien einmal am Aroma festgemacht, erkennst du die Familie auch bei unbekannten Namen wieder.

Lange Reihen lebender Hanfpflanzen in einem hellen Gewächshaus mit Glasdach, dazwischen ein schmaler Gang im Tageslicht

Die CBD-Variante: was sich unterscheidet

Klassische Amnesia Haze ist eine THC-reiche Genetik und fällt in Deutschland unter das Konsumcannabisgesetz. Die CBD-Variante folgt einem anderen Weg: Sie stammt aus Nutzhanf-Sorten, die im europäischen Sortenkatalog eingetragen sind.

Für den Anbau dieser Sorten gilt eine sortenrechtliche Schwelle von höchstens 0,3 Prozent THC, geregelt in der Verordnung (EU) 2021/2115. Diese Schwelle betrifft die Pflanze im Anbau und ist kein Freibrief für das fertige Produkt.

Aromatisch bleibt die Verwandtschaft erkennbar: Zitrus, Würze und die typische Haze-Struktur der Blüten. Die kräftigeren Selektionen dieser Linie findest du in der Kategorie Boost-Gras. Der Gehalt jeder Charge wird im Labor dokumentiert, und für jedes Los liegt ein Analysezertifikat vor.

Alle Produkte werden für technische, dekorative und Sammlerzwecke verkauft und sind ausschließlich für Volljährige bestimmt.


Häufige Fragen zu Amnesia Haze

Was ist Amnesia Haze?

Amnesia Haze ist eine sativadominante Cannabis-Genetik aus der Haze-Familie, die um die Jahrtausendwende in den niederländischen Coffeeshops bekannt wurde. Sie gilt als einer der Klassiker der europäischen Sortenentwicklung. Erkennbar ist sie an ihrem Wuchs mit langen Internodien und schmalen Blättern, an luftigen Blüten mit vielen Blütenhaaren und an einem hellen, fast gläsernen Harzschimmer. Im Aroma steht eine deutliche Zitrusnote im Vordergrund. Die Blütezeit liegt am oberen Ende dessen, was sativadominante Genetiken üblicherweise brauchen.

Woher stammt die Genetik von Amnesia Haze?

Nach der verbreitetsten Darstellung vereint die Sorte Landrassen aus Südasien und der Karibik mit einer afghanischen Komponente, die für Stabilität und Blütendichte sorgt. Ihre Basis ist die Haze-Linie, die in den 1970er Jahren in Kalifornien entstanden sein soll und später in den Niederlanden weiterentwickelt wurde. Belastbar dokumentiert ist dieser Stammbaum nicht: Er beruht auf Angaben von Züchtern und Samenbanken, die sich in Details widersprechen. Man liest ihn deshalb am besten als Orientierung, nicht als gesicherte Genealogie.

Wie riecht Amnesia Haze?

Was dir zuerst auffällt, ist die Zitrusnote; darunter liegen ein pfeffrig-würziger Ton und eine erdige Basis. Zugeschrieben wird dieses Profil bei Haze-Genetiken meist den Terpenen Limonen, Terpinolen und Beta-Caryophyllen, wobei nur die Analyse der einzelnen Charge zeigt, welche Verbindung wirklich überwiegt. Fest ist an so einem Profil ohnehin wenig: Klima, Erntezeitpunkt und Lagerung verschieben die Anteile deutlich genug, dass zwei Chargen mit identischem Stammbaum verschieden riechen können. Eine Sortenangabe beschreibt deshalb den Rahmen, nicht das Ergebnis.

Was unterscheidet CBD-Amnesia von der klassischen Sorte?

Die klassische Amnesia Haze ist eine THC-reiche Genetik. Die CBD-Variante stammt dagegen aus Nutzhanf-Sorten, die im europäischen Sortenkatalog eingetragen sind und für deren Anbau eine sortenrechtliche Schwelle von höchstens 0,3 Prozent THC gilt, geregelt in der Verordnung (EU) 2021/2115. Im Vordergrund steht damit Cannabidiol statt THC. Das Aromaprofil der Haze-Linie bleibt erkennbar, ebenso der typische luftige Blütenaufbau. Der Gehalt jeder Charge wird im Labor dokumentiert, und für jedes Los liegt ein Analysezertifikat vor.

Warum wird Amnesia Haze so unterschiedlich beschrieben?

Der Grund liegt darin, dass der Sortenname nicht geschützt ist: Verschiedene Samenbanken haben über die Jahre eigene Selektionen unter derselben Bezeichnung herausgebracht, sodass Stammbaum, Wuchsform, Blütezeit und Aroma von Anbieter zu Anbieter abweichen können. Dazu kommt, dass Sortennamen jener Jahre meist in der Szene selbst entstanden und einen Eindruck oder einen Scherz beschrieben, nicht die Botanik dahinter. Der Name ist damit eher ein Etikett als eine Herkunftsangabe, und die eigentliche Information steckt im Stammbaum der konkreten Selektion.